Bremen
Zwischen Nachrichtenwert und strukturellen Faktoren - Welche Aspekte beeinflussen die Umsetzung von konstruktivem Journalismus?
29
Jun
17:00 - 18:00 Uhr

In der Reihe „Schluss.Punkt.Start“, stellen Studierende ihre Abschlussarbeiten mit Bezug zum Journalismus vor. Mit dieser Themenreihe sollen interessante Arbeiten, die sonst nur von Prüfenden gelesen werden, ihren Weg in die Öffentlichkeit finden.

Zwischen Nachrichtenwert und strukturellen Faktoren - Welche Aspekte beeinflussen die Umsetzung von konstruktivem Journalismus in Redaktionen


Benedikt Westphal im Gespräch mit Libuse Cerna

„If it bleeds, it leads” – dieses Motto gilt seit langer Zeit als Treiber für Nachrichtenjournalismus. Je kontroverser und „blutiger“ das Thema, desto höher ist dessen Nachrichtenwert. Laut Vertreter*innen des konstruktiven Journalismus führt dieses Motto jedoch in eine gesellschaftliche Sackgasse. Wer Konflikte und Probleme nur beschreibt, ohne auch existierende Lösungswege zu beschreiben und zu untersuchen, kommt seiner journalistischen Pflicht nur zur Hälfte nach. Leser*innen gewännen so den Eindruck, dass es für soziale und gesellschaftliche Probleme keine Lösungen geben würde. Stattdessen würden sie resignieren und sich zurückziehen, statt gesellschaftliche Probleme als lösbare Herausforderungen zu betrachten und sich für deren Überwindung zu engagieren.
Konstruktiver Journalismus (auch Lösungsjournalismus genannt) wurde Anfang der 2010er Jahre entwickelt, um den „klassischen“ Nachrichtenjournalismus zu ergänzen. Das Konzept stellt die Frage nach der Lösung in den Mittelpunkt. Welche Ansätze gibt es beispielsweise, um Obdachlosigkeit zu verringern? Wo wurden diese Ideen vielleicht schon umgesetzt und lassen sie sich bei uns ebenso implementieren? Die Zielsetzung besteht allerdings nicht darin, sich zum blinden Advokaten für eine Lösung zu machen. Stattdessen sollen auch die Lösungen journalistischkritisch hinterfragt werden.
Die Idee des konstruktiven Journalismus verbreitete sich von Skandinavien (v.A. Dänemark) schnell in die ganze Welt und fand viele Anhänger*innen. Einige Jahre später stellt sich jedoch die Frage: War das Konzept auch in der redaktionellen Praxis erfolgreich? Falls ja, wie sieht die Bilanz aus? Und falls nein, woran ist es gescheitert? Welche Faktoren beeinflussen die Umsetzung? Dieser Frage ging Benedikt Westphal in seiner Abschlussarbeit auf den Grund.

Am 29.06. 2022, 17.00 Uhr
Galerie am schwarzen meer, Am Schwarzen Meer 121, 28205 Bremen
Der Eintritt ist kostenfrei.
Spenden für den Trägerverein der GALERIE sind willkommen.
Die jeweils gültigen coronabedingten Einschränkungen sind selbstverständlich anzuwenden.

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