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29. März 2019

Pressemitteilung des DJV Bremen zur Pressearbeit der Polizei Bremen anlässlich einer Drogenrazzia am 26.3.2019

Behördenbilder gefährden freie Presse

Der Deutsche Journalisten-Verband, Landesverband Bremen, missbilligt die Art und den Umfang der Pressearbeit der Bremer Polizei bei einer am Dienstag durchgeführten Großrazzia in Bremen und dem Umland. Die Pressestelle der Polizei Bremen hatte auf Presseanfragen zunächst keine Auskunft gegeben und auch Journalisten keine Möglichkeit geboten, sich ein eigenes Bild der Maßnahmen zu verschaffen. Auch Interviewanfragen wurden laut Auskunft mehrerer DJV-Mitglieder zunächst nicht bedient. Stattdessen veröffentlichte die Polizei nicht nur eine Pressemitteilung, sondern auch einen fertigen Videobericht, samt Interview mit dem Leiter des Bremer Landeskriminalamtes. Die Aufmachung des Videos suggerierte dem Zuschauer ein neutrales, journalistisches Werk. Auf dieses kostenlose Foto- und Videomaterial griffen schließlich viele Medien zurück.

 

"Die Polizei hat mit dieser Art der Pressearbeit ihre Kompetenzen erheblich überschritten und in den Wettbewerb der freien Presse eingegriffen", erklärt Regine Suling, Vorsitzende des DJV Bremen. "Die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit von Behörden, insbesondere der Polizei, muss zunächst der Auskunftspflicht gegenüber Journalisten nachkommen, bevor sie eigene Inhalte erstellt. Denn nur so haben Journalisten die Möglichkeit, sich ein objektives Bild von Ereignissen zu machen und entsprechend darüber zu berichten."

 

Der DJV Bremen kündigt an, die Rechtmäßigkeit der Pressearbeit der Polizei Bremen in diesem Fall einer juristischen Prüfung zu unterziehen.

 

Gleichzeitig erinnert der DJV Bremen die Medien an ihre journalistische Sorgfaltspflicht und mahnt dazu, sich nicht auf rein behördliche Informationen samt Bildern zu verlassen, sondern diese stets einer genauen Prüfung zu unterziehen und eine eigene Einordnung der jeweiligen Geschehnisse vorzunehmen.

 

Für Rückfragen: Regine Suling, Tel. 0175/2410675